Über uns

Der Männerchor Gachnang , ein Pionier unter den Thurgauer Vereinen (1829)

Der Männerchor Gachnang ist nicht nur einer der ältesten Vereine des Dorfes Gachnang, sondern er gilt auch als Pionier unter den Thurgauer, ja sogar Schweizer Vereinen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich das Vereinswesen in der Schweiz entwickelte, konzentrierte sich dieses in erster Reihe auf die Städte und grossen Ortschaften. Damals gehörte Gachnang zu den wenigen Landgemeinden, die zu den evangelischen Sängergesellschaften (in Gachnang bestand eine solche schon seit 1640) zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens unter Männern einen Gegenpol setzte. So berichtet die Thurgauer Zeitung im Herbst 1829: "Kirchenmelodien, die meistenteils kaum Gesang genannt werden können, misstönende Erntelieder und gemeine Gassenhauer machten seit mehreren Jahrhunderten in dem einst durch Dichter und Sänger weit berühmten Thurgau den Volksgesang aus. ... Dass aber der Gesang bei uns wirklich ein glückliches Gedeihen finden könne, das zeigten (1827) die ... Versammlung des Sempacher-Vereines bei Ermatingen und bald darauf eine Gesangs-Aufführung in Tägerwilen. (So beschlossen)... unsere wackeren Schullehrer, an ihrer Spitze Herr Provisor Hanhart von Steckborn in Stein, den Versuch zu machen, über den ganzen Kanton Gesangsvereine zu verbreiten.... Neben einigen für die Sache eifrig bemühten Herren Pfarrern waren die Gesangführer grösstenteils Schullehrer."





Dass der Schreiber dieses Artikels mit seiner Kritik an den "Kirchenmelodien" Recht hatte, bezeugt auch die Geschichte der Gachnanger Sängergesellschaft, die in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts durch Pfarrer Hanhart neu organisiert werden musste, weil die gravierenden Missstöne immer wieder zu schweren Rügen von seiten der Kirchenvorsteherschaft bis zur Verweigerung des jährlichen Beitrages führten. Nachdem die Idee, im Kanton neue Chöre zu gründen, um die Geselligkeit unter Männern und damit auch den Volksgesang zu fördern, ein relativ gutes Echo fand, wurde 1829 in Frauenfeld eine erste kantonale Zusammenkunft dieser Chöre organisiert. Damals erklangen in der Stadtkirche vereint in einem Chor mehr als 300 Männerstimmen. Unter ihnen wird auch der Gachnanger Chor mit 12 Mitgliedern unter der Leitung des Musikus Koller aus Winterthur aufgezählt. Mit diesem Datum beginnt also die greifbare Geschichte des Männerchores Gachnang, obwohl dieser wahrscheinlich schon einige Jahre vorher gegründet wurde.



Männerchor Gachnang im Jahre 1955 vor der katholischen Kirche

Erste Reihe von li nach re: Fridolin Bürgi, Henri Brunner, Jakob Müller, Ernst Gamper, Jakob Aerne, Karl Zeit.
Zweite Reihe ab Mitte: Oskar Traber, Karl Hürlimann, Alois Ammann, Walter Schrämli, Hans Ambühl, Willi Brändli.
Dritte Reihe: Ulrich Niedermann, Paul Frei, Adolf Wehrli, Hermann Schmid, Albrecht Rupp, Hans Hersche, Willi Lehmann
Vierte Reihe: Hans Gander, Jakob Hürlimann, Emil Eugster, Hans Klingler, Willi Ammann, Hans Hafner, Alfred Singer

Der Chor nach 1848

Dieser Verein berlebte offensichtlich die Wirren des Sonderbundkrieges im Jahre 1848: Im Bericht des Zrcherischen Volksblatts "Der Landbote" ber das Eidgenssische Sngerfest 1854 in Winterthur wird er unter den 18 gemeldeten Vereinen als einziger Mnnerchor aus dem Thurgau mit seinen "Wettgesngen" aufgefhrt. Im Jahre 1877 ldt er gemeinsam mit dem Musikverein Gerlikon zu einer "Musikalisch-dramatischen Abendunterhaltung" im Saal des Gachnanger Gemeindehauses ein. 1899 bemerkt der damalige Prsident des Chores, Gemeinderat Mller, er sei schon seit 1882 Mitglied des Gachnanger Mnnerchores, und 1931 wird Rudolf Reutimann zu seiner 60jhrigen Mitgliedschaft im Mnnerchor Gachnang gratuliert, das heisst, dass er im Chor des Jahres 1872 mitgesungen hatte.


Verbrüderung mit Islikon (1893)

Ende des 19. Jahrhunderts muss der Drang nach einem grossen Männerchor innerhalb der damaligen Munizipalgemeinde so stark gewesen sein, dass sich der Gachnanger Chor dazu verleiten liess, mit den Islikonern zusammenzuspannen, um dem Wunsch einiger Sängerfreunde, "durch Zusammenziehen der Sänger von Islikon und Gachnang einen grösseren Sängerchor zu bilden", nachzukommen. Die Initiative dazu ergriff Lehrer J. Sigrist, der einige Jahre später auch zum Dirigenten des evangelischen Kirchenchores gewählt wurde und diesen 1910 erfolgreich durch den kantonalen Sängertag in Bischofszell führte. Der neue Chor zählte bei der Gründungsversammlung 49 Mitglieder und nannte sich Männerchor Islikon-Gachnang. Konzertprogramme aus den Jahren 1894, 95 und 96 belegen die gute Zusammenarbeit des neuen Chores mit dem Kirchenchor, dem Gemischten Chor, dem Töchterchor Islikon, der Musikgesellschaft Kefikon-Ellikon, dem Männerchor Bertschikon und der Stadtmusik Frauenfeld.

Hhepunkt und Niedergang (1898-1905)

Lange hatte diese Verbrderung aber nicht Bestand. Nachdem der Chor 1898 mit dem eindeutigen Sieg am Kantonalen Sngerfest in Frauenfeld seinen Hhepunkt erreicht hatte, ruhten sich die Vereinsmitglieder auf ihren Lorbeeren aus und allmhlich bahnte sich ein Zusammenbruch des Chores an. Die Gesangstunden wurden kaum noch besucht, so dass Lehrer Sigrist in der Versammlung von 1903, zu der nur wenige erschienen, darauf hinwies, dass es so nicht weiter gehen knne. Nach lngerer Diskussion wurde folgender Beschluss gefasst: "Die Mitglieder verpflichten sich mit Ehrenwort, die Gesangstunden regelmssig zu besuchen. Wer innerhalb eines Monats zweimal unentschuldigt ausbleibt, wird als Aktivmitglied gestrichen." Doch sollten auch diese Massnahmen nicht mehr viel ntzen. An der Versammlung vom 19. Mrz 1905 wird der Verein kurzerhand aufgelst. Gemss Protokoll dieser Generalversammlung muss es neben dem schwachen Besuch der Gesangstunden auch Auseinandersetzungen zwischen Dirigent und Chormitgliedern gegeben haben. Im Protokollbuch ist festgehalten: "Nach einigen Errterungen und Auseinandersetzungen von Seite des Dirigenten sowie einiger Mitglieder bleibt kein anderer Ausweg als Auflsung des bisherigen Vereins. Es wird Auflsung des bisherigen Mnnerchores Islikon-Gachnang einstimmig zum Beschluss erhoben." Dass Lehrer Sigrist an der Auflsung des Mnnerchores auch massgeblich beteiligt war, ist anzunehmen, da in einigen vorangegangenen Versammlungen der eigentliche Vereinsprsident nicht mehr anwesend war und die Geschfte vom Vize J. Sigrist gefhrt wurden. Auch war er 1913 bei der Einweihung der neuen Orgel in der Evangelischen Kirche Gachnang die Triebfeder zur Auflsung des damaligen Gachnanger Kirchenchors. Dabei war der beleidigte Dirigent eindeutig der Grund dafr, da nicht er, sondern ein anderer zum Organisten der neuen Orgel gewhlt wurde. So kann man sagen, dass J. Sigrist die beiden Chre einerseits zu ihren Hhepunkten mit Siegesehrungen fhrte, andererseits aber auch bei ihrem Niedergang mit verantwortlich war.

Streit zwischen Islikon und Gachnang (1913-1920)

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts muss es zu schweren Spannungen zwischen den Gachnanger und den Islikoner Mnnern gekommen sein, was unter anderem wahrscheinlich auch ein Grund fr die Auflsung des Mnnerchores Islikon-Gachnang und die Neugrndung des zweiten Mnnerchores Gachnang war. Folge der Unstimmigkeiten waren die schweren Auseinandersetzungen zwischen Gachnang und Islikon whrend der Maul- und Klauenseuche in den Jahren 1913 und 1920. Walther Huber, reformierter Gach- nanger Pfarrer 1912-1944, berichtet, dass die beiden Drfer seither im bitteren Streit lagen, woran der Mnnerchor Gachnang nicht ganz unschuldig war. Die Gachnanger respektierten die Sperre zwischen den beiden Drfern nicht und so breitete sich die Seuche angeblich ber die Gachnanger nach Islikon aus. Diese Auseinandersetzungen endeten mit schweren Schlgereien an der Fasnacht im Februar 1921. Hubers Gachnanger Kirchenchronik berichtet: "So fuhr der Gachnanger Mnnerchor am Sonntag in der Frh whrend der Kinderlehre mit drei Fasnachtswagen nach Islikon hinunter und wurde vor dem Rain beim alten Schulhaus mit Hydrantenbestrahlung empfangen. Es setzte ein Handgemenge ein und die Gachnanger erzwangen sich den Durchgang und Eingang ins Dorf. ... Auf dem hintersten Wagen war ein Seuchenhuslein postiert und gewisse Islikoner Persnlichkeiten wie auch gewisse Mitglieder des Gemeinderates wurden durch Verkleidung erkenntlich gemacht und an den Pranger gestellt." Es kam zu heftigen Wortgefechten, wobei der Islikoner Ortsvorsteher aus voller Kehle gerufen haben soll: "Wenn nur die Goochlinger heute Nacht 1000 Meter tief versnken und verreckten. Lieber will ich, wenn ich sterbe, neben meinem Glleloch versenkt werden, als neben der Kirche zu liegen kommen in dem Drecknest oben. Mein Bub, der Hans, wird nicht konfirmiert in dem Saunest etc." Diese und andere Neckereien fhrten zur Unvershnlichkeit, die bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts andauerte und auch sptere Bestrebungen einer gemeinsamen Zusammenarbeit der beiden Chre Kefikon-Islikon und Gachnang (1983) schon im Keim erstickte.


\'\'Mnnerchor Gachnang mit Fasnachtswagen in Islikon. An der Fasnacht 1920 entfachte sich zwischen den Gachnanger und Islikoner Mnnern ein bitterer Streit, da der Mnnerchor Gachnang mit Fasnachtswagen nach Islikon fuhr und dort die Islikoner Persnlichkeiten und Ortsvorsteher an den Pranger stellte.
(Bild: Evangelisches Pfarrarchiv Gachnang, 1920)

Neugrndung des Mnnerchores Gachnang (1915?)

Nach der Auflsung des Mnnerchores Islikon-Gachnang mssen sich die Gachnanger Mnner aber sehr schnell wieder neu organisiert haben: Der Mnnerchor Gachnang wird 1920 im Pfarrarchiv der Evangelischen Kirche erwhnt und Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre veranstaltete er gemeinsam mit dem Kirchenchor, dem Tchterchor Islikon und dem Mnnerchor Bertschikon in der reformierten Kirche erfolgreiche Weihnachtskonzerte.



Was in den Jahren zwischen 1905 und 1919 mit dem Chor geschah, ist leider nicht mehr auszumachen, da bis 1926 keine Unterlagen mehr vorhanden sind. Es wird erzhlt, dass ein ehemaliges Vorstandsmitglied "infolge eines Wutanfalls" aus irgend welchen Grnden die Korrespondenz und alle Protokolle der Versammlungen bis 1926 vernichtet habe. Einziges Dokument aus dieser Zeit ist ein wertvolles Bild mit Einzelportraits aller Mnnerchrler aus den Jahren 1915-1918, das Kurt Burgermeister, genannt Bugi, auf seinem Dachboden fand und freundlicherweise dem Materialverwalter des bestehenden Mnnerchores bergab, um es ins Chorarchiv eingliedern zu lassen. Dafr sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt, da durch seine Vorsicht eine Lcke in der Geschichte des Mnnerchores mit diesem historische Dokument ausgefllt wurde. Bereits 1932 war dies Bild schon einmal verschwunden gewesen, wurde dann aber laut Protokoll der Jahresversammlung im Estrich des Gemeindehauses wiederentdeckt und auf Wunsch des ehemaligen Dirigenten A. Bosshart in der Wirtschaft Raben aufgehngt.


Neuorganisation nach Dornrschenschlaf (1927)

Einige Jahre muss der Mnnerchor im Dornrschenschlaf verharrt haben, da das Protokollbuch aus dem Jahre 1927 mit einem Bericht ber die Neuorganisation des Chores beginnt, wo es heisst: "Nachdem der Gesang in unserer Gegend eine lange Zeitspanne geruht hatte, so haben sich die Gesangfreunde ans Werk gemacht, die Frage ber die Grndung eines Mnenrchores zu prfen." Als Startkapital wurde ein Restbetrag von 44 Fr. aus der Kasse des ehemaligen Vereins bentzt. Mangels eines Probenlokals sah sich der Chor gezwungen, seine Gesangstunden in Islikon durchzufhren, was nicht gerade Begeisterung hervorrief. Es sei ein "Hohn", dass die Gachnanger nach Islikon gehen mssten, um singen zu lernen und die Zersplitterung des Vereins sei damit geradezu vorausprogrammiert. Nach einem Jahr konnte das Problem gelst werden: Das Gachnanger Gemeindehaus bot einen Probenraum, obwohl dieser zunchst zu klein erschien. Um die Werbeaktivitt der Mitglieder anzuspornen wurde jedem Aktiv- und Passivmitglied fr ein "einzubringendes Mitglied in jeder Kategorie ein Monatsbeitrag geschenkt".
Auch bekamen im Jahre 1931 jene Mitglieder, die das ganze Jahr hindurch bei keiner Gesangsprobe gefehlt hatten, zum ersten Mal eine Flasche Wein zur Belohnung. Dieser Brauch konnte sich bis heute halten.
Nachdem 1933 die Gachnanger Kirche eine neue Beleuchtung erhalten hatte, entschloss sich der Mnnerchor, seine Silvesterfeier erstmals in der Kirche zu veranstalten.

Erntefest 1938

Grosse Tradition hatten in Gachnang die vom Mnnerchor organisierten Erntefeste, an denen geschmckte Wagen im Umzuge durch das Dorf fuhren. 1936 fuhren neben den Pferdewagen sogar ein von der Mosterei geschmckter Lastwagen und ein damals usserst moderner Traktor mit. 1938 wurde ein Erntefest geplant, das alle anderen bertreffen sollte. Der Umzug stellte die vier Jahreszeiten dar, begleitet von den vielen Mdchen und Frauen in traditionellen Trachten. Zugleich beging man die Bundesfeier und am Abend wurde mit Hilfe aller umliegenden Nachbarvereine ein Unterhaltungsprogramm angeboten.Erntefest 1938





Erntefest 1936

\'ErntefestMit hren in den Armen und mit gerafften Schrzen laufen die jungen Frauen in ihren Trachten vor den Mnnern im Festzug. Die Kinder haben ihre Freude auf den geschmckten Wagen, die vor der Musik herfahren.

Erntefest 1936

\'ErntefestSingen durften sie nicht, aber beim Erntefest waren sie willkommen, die hbschen Gachnanger Frauen in ihrer Werktags- und Sonntagstracht (Olga Hilzinger-Schrmmli).

Streit zwischen Dirigent und Schulprsident (1938)

Da es 1938 zwischen Dirigent Brhweiler und einem Schler whrend dem Jassen im Raben zu heftigen Auseinandersetzungen kam, wurde er vom damaligen Schulprsidenten Pfr. Walter Huber schwer gergt. Es heisst in der Gachnanger Chronik, der Lehrer habe dem Schler, nachdem er verloren hatte, mit einem Holzscheit ber den Kopf gehauen. Die Rge konnte der Lehrer nicht vertragen und warf dem Pfarrer ffentlich vor, er habe fr den katholischen Schler Partei ergriffen und dafr sei der Neujahrsspeck von der betroffenen Familie nicht ins katholische, sondern ins reformierte Pfarrhaus gebracht worden. Diese Verleumdung liess sich Pfr. Huber nicht gefallen und Lehrer Brhweiler wurde aufgefordert, sich ffentlich vor der Schulgemeindeversammlung beim Pfarrer und Schulprsidenten zu entschuldigen oder das Dorf zu verlassen. Lehrer Brhweiler zog letzteres vor und kndigte damit auch die Leitung beim Mnnerchor Gachnang.

Mnnermangel in den Kriegsjahren (1941)

Die Kriegsjahre bringen es mit sich, dass kaum noch Mnner im Dorf vorhanden sind. Der Chor wird immer kleiner, so dass im Januar 1941 die noch anwesenden Mitglieder entscheiden, die bevorstehende Unterhaltung gemeinsam mit der Musikgesellschaft zu veranstalten, da der Chor "es kaum wagen knne, allein in Islikon aufzutreten." Da jedoch auch die Musikgesellschaft unter chronischem Mnnermangel litt, musste von der Abendunterhaltung abgesehen werden. So kam es lediglich zu einem "Familienabend in einfachem Stil". Den Aktivdienstleistenden wurde in diesen Jahren der Vereinsbeitrag geschenkt, da die Gesangsproben fr lngere Zeit eingestellt werden mussten.

\'\'Ein wichtiger Bestandteil des jhrlichen Programms sind die beliebten Mnnerchorreisen. Im Jahre 1937 ging es auf die Scheidegg, wo man sich zunchst in der Wirtschaft traf und anschliessend vor dem Gasthaus in Pose stellte.


Turnhallenbau Gachnang (1942)

Im Jahre 1942 plante die Brgergemeinde Gachnang den Bau einer Turnhalle. Nicht nur dem Sport sollte sie dienen, sondern auch fr Versammlungen und sonstige gesellschaftliche Anlsse. Dafr wurde eine freiwillige Sammlung bei allen Vereinen und ffentlichen Krperschaften eingeleitet. Der Mnnerchor hatte natrlich grosse Interesse am Entstehen dieses Baus, wrde er dann doch endlich seine Unterhaltungen, Familienfeste, Theaterauffhrungen und sonstigen Vereinsanlsse in einem dafr geeigneten Raum abhalten knnen. So spendete er einen Betrag von 150 Franken. Natrlich war er auch bei der Einweihungsfeier 1943 mit mehreren Liedbeitrgen dabei.

Aufnahme in den Thurtalverband (1949)

Nach einigen Jahren des Abwägens von Vor- und Nachteilen der Mitgliedschaft im Sängerverband Thurtal, entschied sich der Verein im Jahre 1949, den Schritt in den Verband zu wagen. Das Gesuch wurde positiv behandelt und an der Delegiertenversammlung des Thurtalverbandes im Restaurant Neueck in Kefikon teilte Verbandspräsident Hurni die ehrenvolle Aufnahme des Männerchores Gachnang mit.

Ausbruch der "Festkrankheit" in Gachnang (1950)

Im Jahr 1950 gab es in der Region der Munizipalgemeinde Gachnang mehr als zehn Vereine, die alle unabhngig voneinander ein Fest nach dem anderen organisierten, so dass es gemss dem Protokollfhrer des Gachnanger Mnnerchores zu einer sogenannten "Festkrankheit" gekommen sei, die "zu einer nicht unberechtigten Besorgnis Anlass gegeben" habe. Um diese "Festkrankheit" wieder in den Griff zu bekommen, lud der Mnnerchor Gachnang unter dem Vorsitz des Vorstehers Singer zu einer gemeinschaftlichen Sitzung im Restaurant Traube ein. Unter den teilnehmenden Vereinen waren die Musikgesellschaft Islikon-Ellikon, der Turnverein Gachnang-Islikon, der Mnnerchor Bertschikon, der Mnnerchor Frohsinn Znikon, der Gemischte Chor Ellikon, der Mnnerchor Kefikon, der Damenturnverein Islikon-Gachnang und der Mnnerchor Gachnang.

In seiner langen und ausgiebigen Begrssung wies der Prsident darauf hin, dass "in dieser Hinsicht etwas Ordnung geschaffen werden msste. Die Festerei sollte etwas abgedmpft oder wenigstens in geregelte Bahnen gelenkt werden." Dies knnte mglich sein, wenn fr alle Vereine zur Koordinierung der Feste ein neutraler "Gesamtprsident" gewhlt werden wrde. Schliesslich einigte man sich darauf, dass "in diesem Sinne mit gutem Willen und gegenseitigem Vertrauen" die Krankheit wieder in Griff zu bekommen sei.